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Der Kreuzweg in Maria Schutz

Gerade in der Fastenzeit wird der Kreuzweg in den katholischen Kirchen verstärkt gebetet.
Die folgenden Abbildungen können und sollen die aktive Teilnahme am Kreuzweggebet nicht ersetzen.

Der Kirchenmaler Michael P. Weingartner (*1917 +1996) malte den Kreuzweg während der Kirchenrenovierung 1985/86 in das südliche Seitenschiff (1.-7. Station) und das nördliche Seitenschiff (8.-14. Station) als ein kontinuierlich durchfließendes Kunstwerk.
Lassen Sie sich von den Bildern inspirieren, schauen Sie diese in unserer Pfarrkirche in echt an und kommen Sie zum Kreuzweggebet.

Die Texte sind auszugsweise aus dem Gotteslob, Nr. 775, entnommen.

Fotos und Bearbeitung: Christoph Völkl

1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt

Der Richter der Welt steht vor dem Gericht der Menschen. Hasserfüllt verlangt die verhetzte Menge seinen Tod. Aus Menschenfurcht fällt Pilatus das ungerechte Urteil.

1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt

 

Wie oft ziehen wir Menschen Gott auch heute zur Verantwortung, weil seine Gedanken nicht unsere Gedanken, seine Wege nicht unsere Wege sind.

2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

Die Soldaten bringen das Kreuz. Freiwillig nimmt es der Herr auf seine Schultern. Er will den bitteren Kelch trinken, den der Vater reicht.

2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

 

Nur wer sein Kreuz auf sich nimmt und Jesus nachfolgt, der kann sein Jünger sein, in der Mühsal seines Berufes, in der Last der Arbeit, in Kreuz und Leiden.

3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

Die Last ist schwer, der Weg steinig, der Herr zu Tode ermattet. Er schwankt und fällt. Doch er wird empor gerissen und zum Weitergehen gezwungen.

3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

Wie oft versagen wir Menschen in unserem Dienst. Gott aber will, dass wir den ganzen Weg gehen.

4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter

Die Mutter steht am Weg, den der Sohn mit seinem schweren Kreuz geht. Ihre Blicke begegnen sich. Sie erkennt seine Qual und trägt alles Leid mit ihm.

4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter

Noch immer leidet Christus in unserer Welt, in den Gliedern seines Leibes, in den Brüdern und Schwestern. Mit ihnen leidet Maria, seine und unsere Mutter.

5. Station: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Der Herr vermag die Kreuzeslast nicht mehr zu tragen. Da zwingen die Soldaten einen Mann, der vom Feld kommt und eben vorüber geht, Jesus das Kreuz nachzutragen.

5. Station: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Wir Menschen fürchten das Kreuz. Selbst Petrus, der Jünger Jesu, schreckte davor zurück. Und doch ist in keinem anderen Zeichen Heil außer im Kreuz.

6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

Veronika sieht Jesu Leid und die Rohheit der Soldaten. Sie fragt nicht, was die Menschen denken. Mutig dringt sie durch die Menge und bietet dem Herrn das Schweißtuch dar, in das er sein Antlitz drückt.

6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

Bewegt uns das Leid des anderen? Sehen wir Christi zerschundenes Angesicht in unseren leidenden Schwestern und Brüdern?

7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

Die Schwäche und die Schmerzen des Herrn nehmen immer mehr zu. Er fällt ein zweites Mal, schwerer und schmerzlicher als zuvor. Mit großer Anstrengung steht er auf, um sein Opfer zu vollenden.

7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

Wie oft fallen wir in die alten Sünden und Fehler; wir haben keine Kraft und keine Ausdauer im Guten.

Anmerkung: Der kleine Bub mit dem Kreuz in seinen Händen, am linken Bildrand, ist ein Selbstportrait des Künstlers Michael P. Weingartner. Er litt an einer offensichtlichen Krankheit und hatte damit als Kind 'ein schweres Kreuz zu tragen'.

8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen

Am Weg stehen Frauen, die den gequälten Herrn beweinen. Er aber denkt voll Mitleid an das Unheil, das über sie kommen wird.

8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen

Wir sehen meist nur das äußere Leid und übersehen die tiefere Not, die von der Sünde kommt. Wir spüren nur den eigenen Schmerz und übersehen die Not der anderen.

9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

Der Herr ist zu Tode erschöpft und bricht zum dritten Mal unter der Last des Kreuzes zusammen. Doch er will das Werk vollenden, das der Vater ihm aufgetragen hat. So rafft er sich mit letzter Kraft noch einmal auf.

9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

Auch wir sind noch nicht am Ziel; wir sind unterwegs, oft einsam und verlassen. Die Stunde, da alles umsonst scheint und uns der letzt Mut verlässt, kann auch für uns kommen.

10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt

Zu Tode ermattet ist der Herr auf dem Kalvarienberg angekommen. Die Soldaten reißen ihm vor allem Volk die Kleider vom Leib, und die Wunden der Geißelung beginnen von neuem zu bluten.

10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt

Wie oft missachten und verachten wir den anderen; wir stellen ihn bloß und lassen nichts Gutes an ihm.

11. Station: Jesus wird an das Kreuz genagelt

Die Soldaten werfen Jesus zu Boden. Sie durchbohren seine Hände und Füße und schlagen ihn ans Kreuz. Dann richten sie es empor. Jetzt ist das Wort erfüllt: „Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen.“

11. Station: Jesus wird an das Kreuz genagelt

Auch wir sind oft gebunden an Menschen, wir sind gefesselt an Aufgaben, denen wir entrinnen möchten. Christus gibt uns die Kraft, sie in der Freiheit der Liebe zu erfüllen.

12. Station: Jesus stirbt am Kreuz

Der Herr hängt angenagelt am Holz des Kreuzes. Er betet für seine Peiniger. Um die neunte Stunde schreit er mit lauter Stimme: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Und sterbend betet er: „Es ist vollbracht. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.“

12. Station: Jesus stirbt am Kreuz

Es gibt kein sinnloses Leid mehr für den, der an Christus glaubt. Auch im tiefsten Abgrund ist der Gekreuzigte bei ihm.

13. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt

Der Herr hat ausgelitten. Josef von Arimatäa hat voll Trauer und Ehrfurcht den Leib des Herrn vom Kreuz herabgenommen. Dann legen sie Jesus in den Schoß Mariens, seiner betrübten Mutter.

13. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt

Auch wir begegnen immer wieder dem Tod. Menschen, die uns nahe stehen, sterben. Der eigene Tod kommt unausweichlich auf uns zu.

14. Station: Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt.

Sie legen den Leib des Herrn in das Grab; doch der Tod kann ihn nicht festhalten. Aus dem Grab ersteht das Leben; die neue Schöpfung ist vollbracht.

14. Station: Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt.

Wir sollen nicht trauern wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Denn Christus ist auferweckt von den Toten als Erstling der Entschlafenen. Und wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht.

Allmächtiger, ewiger Gott, wir danken dir, dass du durch den Tod und die Auferstehung deines Sohnes unser Leben erneuert hast. Gib, dass wir durch die Teilnahme am Kreuzweg bereit werden, unser Kreuz geduldig und beharrlich zu tragen und dir treu zu dienen. Schenke allen, für die wir gebetet haben, deine Gnade und führe unsere Verstorbenen zur Auferstehung. Durch Christus, unseren Herren. Amen.

 

© Kath. Pfarrei Maria Schutz, D-81241 München